Komponenten
NoyesStorage erreicht seine Flexibilität durch mehrere Komponenten: ein Regal aus einer modularen Grundplatte, den NoyesBot, die Ladungsträger (auch Carrier genannt) und eine intuitive Benutzeroberfläche. Diese Elemente zusammen bilden den NoyesStorage, der sich an unterschiedliche Durchsatzanforderungen, Lagerbedarfe und Platzverhältnisse anpasst. Die wichtigsten Komponenten – Regal (1), Balkon (2), NoyesBot (3), Carrier (4), Plattform (5), Abdeckung (6), Box (7), Bedienoberfläche (8) und Commander (9) – werden im Folgenden detailliert.

Regal, Abdeckungen und Plattform
Das modulare Regalsystem ist das Gerüst des NoyesStorage. Dadurch ist der NoyesStorage anpassungsfähig und passt in jede Gebäudeform. Das Regalsystem ist eine Konstruktion aus über Aluminiumsäulen miteinander verbundene Regalböden (auch genannt Module) aus feuerbeständige nach DIN EN 13501-1 (Klasse C-s2,d0) Holzfaserplatten. Um die gelagerten Artikel vor Verschmutzung und Eindringen von außen zu schützen, ist der NoyesStorage mit transparenten Abdeckungen versehen.

Die Roboter bewegen sich ebenengebunden auf den Modulen und folgen dabei virtuellen Spuren, die durch schwarze Markierungen definiert sind. Die auf den Grundplatten verbauten passiven RFID-Tags speichern verschlüsselte Informationen für die Roboter, um diese z.B. bei der Positionierung zu unterstützen.
Die Module sind durch leichte und robuste Säulen verbunden, die aus gepresstem und CNC-bearbeitetem Aluminium gefertigt werden. Diese Säulen bestimmen die Höhe der einzelnen Ebenen und damit die maximale Höhe der Boxen, die im System gelagert werden können. Mithilfe von Nivelierfüßen können Bodenunebenheiten ausgeglichen werden.
Abgeleitet aus den in der Logistik verwendeten Standardboxen sind Ebenen mit zwei unterschiedlichen Höhen verfügbar. Standardmäßig bieten niedrige Ebenen Platz für Boxen bis zu einer Höhe von 170 mm, während hohe Ebenen Boxen mit einer maximalen Höhe von 320 mm aufnehmen können. Die Zusammensetzung der Ebenen definiert schlussendlich die Gesamthöhe des NoyesStorage. Der Zugriff auf gelagerte Artikel ab der vierten Ebene wird dem Bedienpersonal durch eine Plattform mit Stufen ermöglicht.
Für spezielle Anforderungen bietet der NoyesStorage die Möglichkeit, die Ebenenhöhen individuell anzupassen. Diese flexible Konfiguration ermöglicht die Lagerung von Boxen mit Höhen zwischen 150 mm und 571 mm, wobei die genaue Auslegung auf Ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann.
Die modulare Bauweise des NoyesStorage ermöglicht extrem schnelle Montagezeiten zwischen 3 und 10 Tagen (abhängig von der Konfiguration). Zusätzlich kann das System in Zukunft erweitert werden, um einen höheren Lagerbedarf abbilden zu können.
NoyesBot
Der NoyesBot spielt eine entscheidende Rolle im NoyesStorage-System und übernimmt die Bewegung der Waren innerhalb des Systems. Er ist speziell darauf ausgelegt, schwere Lasten präzise zu heben und zu transportieren, um reibungslose und effiziente Abläufe zu gewährleisten.

Das präzise Steuersystem des NoyesBot sorgt für eine genaue Navigation. Redundante Lokalisierungstechnologien, die absolute und relative Positionierung kombinieren, erhöhen die Zuverlässigkeit, minimieren das Risiko von Systemunterbrechungen und verbessern die Betriebszeit. Die präzise Steuerung ermöglicht hohe Beschleunigungen, selbst bei der maximalen Traglast von 40 kg, wenn diese gleichmäßig verteilt ist. Der NoyesBot unterstützt zudem ungleichmäßige Lasten bis zu einem Unterschied von 20 kg.
Dank seines energieeffizienten Designs kann der NoyesBot bis zu 6 Stunden ohne Aufladung arbeiten. Mit flexibler Batteriekapazität kann die Laufzeit je nach Betriebsanforderungen auf bis zu 24 Stunden erweitert werden (auf Anfrage). Die sichere LiFePO4-Batterietechnologie ermöglicht einen vollautomatischen Ladevorgang, wodurch manuelle Eingriffe überflüssig werden. Weitere Details zur Batterietechnologie finden Sie im Abschnitt LiFePO4 Batterien.
Der NoyesBot kommuniziert drahtlos über 2,4 GHz Wi-Fi und ermöglicht eine nahtlose Zusammenarbeit mit der Flotte, um den Durchsatz zu optimieren. Eine zentrale Steuereinheit koordiniert die Bewegungen und sorgt für eine effiziente Aufgabenverteilung im gesamten System.
Mit einem Fokus auf Langlebigkeit minimiert der NoyesBot die Anzahl beweglicher Teile, was den Verschleiß reduziert. Diese Designentscheidung unterstützt eine lange Lebensdauer und verringert den Wartungsaufwand, wodurch er zu einem zuverlässigen Bestandteil für den Dauerbetrieb wird.
Tabelle: Generation 7 - Detaillierte Angaben zu Gewicht, Abmessungen, Geschwindigkeit, Beschleunigung und anderen Parametern des NoyesBots.
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Gewicht (inkl. vier Batterien, exkl. Beladung) | < 20 kg |
| Maximale Zuladung | 40 kg (gleichverteilt, zzgl. 5 kg für Box und Carrier) |
| Fahrdauer von Modul zu Modul | 2,5 s |
| Maximale Geschwindigkeit | Generation 7: 0,8 m/s Generation 8: 1,0 m/s |
| Maximale Beschleunigung | 3 m/s² |
| Abmaße (W × L × H) | Generation 7: 341 mm × 451 mm × 104 mm Generation 8: 351 mm × 455 mm × 104 mm |
| Betriebstemperatur | 2°C to 35°C |
| Batterietechnologie | LiFePO₄ |
| Ladezyklen Batterie | 300 – 500 Ladezyklen |
| Betriebszeit | 6 Stunden (bis zu 24 Stunden möglich auf Anfrage) |
| Ladezeit (0-100%) | 1,4 Stunden |
| Antrieb | Bürstenlose Gleichstrommotoren |
Ladestation
Im System sind auf allen Ebenen Ladestationen verbaut, sodass die Roboter in Pausen selbstständig zum Laden fahren können. Das Laden läuft über die sichtbaren Messingkontakte am Roboter. Diese werden erst mit der Ladeelektronik verbunden, wenn der Roboter die Ladestation detektiert hat. Ansonsten sind diese stromlos geschalten.
Balkon
Bei Systemen ohne Aufzugseinheit
Die Kommissionierstation ist der Punkt der Interaktion zwischen dem Bediener und der im NoyesStorage gelagerten Ware. Sie besteht aus mindestens einem Balkon auf jeder Ebene, von dem aus der Bediener auf die ausgelagerten oder einzulagernde Waren zugreifen kann, und der Bedienoberfläche am NoyesStorage. Um Artikel aus dem Lager zu entnehmen, werden sie an die Kommissionierstation geliefert. Die Balkone sind für effiziente Kommissionier- und Nachschubvorgänge konzipiert. Die Ladungsträger werden von Robotern zu diesen Balkonen transportiert. Es darf nur überhalb der Ladungsträger gearbeitet werden, um eine etwaige Quetschgefahr für Finger zu minimieren.
Ein inhärent sicheres Systemdesign gewährleistet die Sicherheit der Bediener ohne zusätzliche Sensorik oder anderer Maßnahmen. Sobald der Roboter einen Träger platziert hat, wird der Bediener durch die Bedienoberfläche zur Interaktion aufgefordert. Die Bediener arbeiten in der Regel parallel auf mehreren Balkonen auf verschiedenen Ebenen. Um die Balkone einwandfrei zu identifizieren sind diese nummeriert. Die Balkone auf höheren Ebenen werden über eine von Noyes bereitgestellte Plattform über Stufen erreicht.
Bei Systemen mit Aufzugseinheit
Ein NoyesStorage mit Aufzugseinheit hat alle Balkone auf einer ergonomischen Höhe zwischen 50 cm bis 80 cm, die sich an der ausgewählten Boxhöhe ausrichtet. Es darf nur überhalb der Ladungsträger gearbeitet werden, um eine etwaige Quetschgefahr für Finger zu minimieren. Die Balkone an Aufzugseinheiten sind mit zusätzlichen Features ausgestattet.
Sicheres Lichtgitter:
Nachdem die Aufzugseinheit ein deutlich erhöhtes Gefährdungspotential für Personen die in das System hineinklettern birgt, sind die Balkone mit einem entsprechenden Lichtgitter abgesichert. Sollte eine Person unbefugterweise in das System klettern, wird der Aufzug sofort gestoppt und gegen Wiederanfahren gesichert, bis auf dem Bedienpanel ein nun wieder sicherer Zustand bestätigt wird.
Das Lichtgitter erfüllt performance Level e nach DIN EN ISO 13849-1.
LED-Lichtstreifen:
Der LED-Lichtstreifen unterstützt die Bediener beim Zuordnen der in der App ausgewählten Aufgabe zum richtigen Bereich des Balkons. Systeme mit Aufzugseinheit sind standardmäßig mit dieser Funktion ausgestattet; bei Systemen ohne Aufzugseinheit ist sie optional. Weitere Informationen finden Sie unter Pick By Light.
Bedienoberfläche
Die Bedienung des NoyesStorage erfolgt über eine moderne Bedienoberfläche. Hierfür steht eine App auf einem 12,9 Zoll großen Tablet zur Verfügung und ermöglicht alle Funktionen zum Betrieb des NoyesStorage. Dabei wird Fokus auf intuitive und einfache Handhabung gelegt, um den Einstieg und das Training zu erleichtern.
Neben den Kernprozessen wie dem Ein- und Auslagern wird auch das Inventarmanagement abgebildet, das zum Beispiel Einsicht über Bestände gibt und die Anlage neuer SKU-Stammdaten ermöglicht. Weiter sind technische Wartungsfunktionen wie das On- und Offboarding von Robotern (z.B. zur Steigerung des Durchsatzes) oder die Systemsteuerung zum Pausieren oder Stoppen des Systems umgesetzt.
Auf die App hat lediglich zugewiesenes Personal Zugriff, denn für die Nutzung der NoyesStorage App ist ein authentifizierter Nutzer notwendig. Eine Anmeldung erfolgt direkt über die Bedienoberfläche per Benutzername und Passwort. Eine Abmeldung des Users nach Vollendung der Nutzung wird empfohlen, um unbefugte Verwendung zu verhindern.
Bei Systemen mit Aufzugseinheit wird die Bedienoberfläche um einen Not-Halt-Taster erweitert. Der Wirkungsbereich des Not-Halt-Tasters ist auf die Aufzugseinheit beschränkt.
Carrier
Carrier fungieren als standardisierter Träger zwischen dem NoyesBot und der gelagerten Waren innerhalb des NoyesStorage. Als Verbindungspunkt für Kundenware, die typischerweise in Kartons verpackt ist, ermöglichen die Carrier dem NoyesBot einen nahtlosen Transport der Artikel zum Balkon. Der Carrier bietet auf einer Grundfläche von 600 x 400 mm die Möglichkeit eine Vielzahl von Verpackungstypen aufzunehmen – von Kartonagen über standardisierte Ladungsträger (z. B. KLT- oder Euroboxen) bis hin zu handelsüblichen Getränkekisten. Dies ermöglicht eine automatisierte Lagerung ohne zusätzliches Umpacken.

Die Carrier bestehen aus Kunststofffüßen und einer feuerfesten Holzfaserplatte nach DIN EN 13501-1 (Klasse C-s2,d0). Sie sind so konzipiert, dass sie während des Transports effizient gestapelt werden können. Jeder Träger ist mit einem integrierten, passiven RFID-Tag zur eindeutigen Identifizierung ausgestattet. Die Bodenplatten im Regal bieten definierte Positionen für die Warenträger, so dass diese zentriert bleiben. Dadurch stellen die Träger sicher, dass die Kisten ordnungsgemäß gelagert und sicher im NoyesStorage positioniert sind.
Box
Auf einem Ladungsträger können eine oder mehrere Boxen gestellt werden, die die zu lagernde Ware beinhalten. Es können bis zu 8 Boxen oder Abteile auf einem Ladungsträger separat genutzt werden, um eine hohe Dichte für Artikel mit geringem Volumen zu ermöglichen. Hierdurch ist eine flexible Konfiguration auf einem Träger möglich. Zum Beispiel: 1 große Box (600 mm x 400 mm), 2 mittlere Boxen (400 mm x 300 mm) oder 1 mittlere und 2 kleine Boxen (300 mm x 200 mm). Abhängig von den zu lagernden Artikeldimensionen kann es erforderlich sein, hohe Boxen (>170 mm) zu verwenden. Diese Boxen können lediglich in hohen Ebenen gelagert werden.
Die folgenden Box-Standards wurden für die Verwendung im NoyesStorage getestet und freigegeben. Noyes Robotics GmbH empfiehlt die Verwendung von Boxen, die diesen Standards entsprechen:
Empfohlene Boxen für den NoyesStorage
| Box Name | Größe der Boxen (Länge x Tiefe x Höhe in mm) |
|---|---|
| R-KLT 6429/RL-KLT 6280 | 600 x 400 x 280 |
| R-KLT 6415/RL-KLT 6147 | 600 x 400 x 147 |
| R-KLT 4329/RL-KLT 4280 | 400 x 300 x 280 |
| R-KLT 4315/RL-KLT 4147 | 400 x 300 x 147 |
| R-KLT 3215/RL-KLT 3147 | 300 x 200 x 147 |
| EURO-Box | 600 x 400 x 320 |
| EURO-Box | 600 x 400 x 170 |
| EURO-Box | 400 x 300 x 320 |
| EURO-Box | 400 x 300 x 170 |
| EURO-Box | 300 x 200 x 170 |
| EURO Box | 150 x 200 x 170 |
Darüber hinaus ist es möglich, kundenspezifische Boxen (oder Kartons) zu verwenden. Bei anderen als den in der obigen Tabelle empfohlenen Boxen ist der Kunde für die Stabilität auf dem Träger und die Kompatibilität im NoyesStorage verantwortlich. Konkret ist darauf zu achten, dass:
- die Box eine Größe von 600 x 400 x 320 mm bei hoher Ebene bzw. 600 x 400 x 170 mm bei niedriger Ebene nicht überschreitet,
- die Box(en) den ganzen Ladungsträger ausfüllen, um ein Verrutschen zu vermeiden (andernfalls sind Anti-Rutsch-Matten zwischen Box(en) und Ladungsträger vorgeschrieben),
- die Box eine maximale Wandschräge von 2° nicht überschreitet (um ein Anecken der Box im NoyesStorage zu vermeiden),
- die Höhe der Box nicht größer ist als deren Breite oder Länge (um ein Umkippen durch einen hohen Masseschwerpunkt zu verhindern) und
- nicht mehrere Boxen übereinander gestapelt werden (um ein Umkippen durch einen hohen Masseschwerpunkt zu verhindern).
Bei Bedarf können Boxen für den NoyesStorage von Noyes Robotics GmbH angeboten werden.
Commander
Der Commander ist die zentrale Steuereinheit des NoyesStorage. Er beherbergt die Hauptrecheneinheit (ein IPC), verwaltet die Kommunikation mit den Robotern und steuert die Stromversorgung der Ladestationen.
Technische Anforderungen - Stromversorgung: Schuko-Steckdose (CEE 7/3) - Spannung: 230 V AC - Frequenz: 50 Hz - Stromstärke: 16 A - Netzwerk: Stabile Internetverbindung - Download: 50 MBit/s - Upload: 10 MBit/s
Sicherheitsaspekte und Stromversorgung Aus Sicherheits- und Betriebsgründen ist der Commander bewusst ohne Ein-/Ausschalter konzipiert. Diese Entscheidung basiert auf folgenden Überlegungen:
- Ladestationen: Der Commander versorgt die Ladestationen mit Strom. Ein ungewolltes Abschalten würde dazu führen, dass sich die Roboter über Nacht entladen und einen erheblichen Mehraufwand im Service verursachen, da diese dann manuell aus dem System entnommen und extern geladen werden müssten.
- Roboterbetrieb: Die Roboter sind batteriebetrieben und bleiben auch bei ausgeschaltetem Commander im Betrieb. Ein Ausschalten des Commanders würde daher keine Änderung des Gefahrenzustands im Servicefall bewirken.
- Systemüberwachung: Die kontinuierliche Überwachung des Systems ermöglicht Noyes einen 24/7-Zugang, um den Status fortlaufend zu überwachen, mögliche Fehler frühzeitig zu erkennen und einen optimalen Service anzubieten.
- Sicherheit: Die Ladespannung von 24 VDC wird als Sicherheitskleinspannung eingestuft und stellt keine Gefahr für den Nutzer dar.
Bei Bedarf kann das Commander-Modul über sein steckbares Kaltgeräte-Kabel vom Stromnetz getrennt werden. Diese Lösung entspricht der Norm EN ISO 60204-1, Abschnitt 5.3.2 e, die eine Stecker/Buchsen-Kombination als "Versorgungstrennvorrichtung" zulässt. Für den IPC (Industrial PC) steht bei Bedarf ein "RESET"-Knopf zur Verfügung, falls ein Neustart erforderlich sein sollte.
Der Commander verfügt über 7 grüne Status LEDs auf der Vorderseite. Alle LEDs sollten permanent leuchten. Sollte eine LED aus sein, muss der Support kontaktiert werden.
Status LEDs am Commander
| Bezeichnung | Erklärung |
|---|---|
| charger B /charger A | Es sind zwei redundante Ladestationen verbaut. Fällt eine aus, kann das System weiter betrieben werden. |
| IPC | Stromversorgung für den Industrie-PC |
| 24V | Zwischenspannungsversorgung für niedrigere Spannungen |
| 12V | Zwischenspannungsversorgung für niedrigere Spannungen |
| 5V / USB-C | Spannungsversorgung für den Router. Fällt diese aus, kann |
| PoE | Spannungsversorgung für den PoE-Switch. Fällt dieser, können die Roboter keine Signal mehr von der Leitsteuerung empfangen |

Das Logo des Commanders zeigt den Systemstatus an. Die Farben können in der Sektion Fehlerbehebung angesehen werden.
Der Commander verfügt an der Unterseite ein M12 Stecker. An diesen kann bei Bedarf eine externe Status LED angeschlossen werden und über ein passendes M12 Kabel verlängert werden.
Empfohlen wird hier die Werma Kompakt 37 (Herst. Teile-Nr.: 698.210.75). Somit kann der Systemstatus an jeder beliebigen Stelle angezeigt werden.
Aufzugseinheit
Ein NoyesStorage kann unabhängig von seiner Gesamthöhe mit einer Aufzugseinheit ausgestattet werden. Diese kann NoyesBots und Carrier zwischen den Ebenen verfahren und ermöglicht ergonomisches Kommissionieren an Balkonen auf einer einheitlichen Arbeitshöhe.
Insgesamt (rechts + links) können bis zu 9 Balkone am System installiert sein und müssen zwischen den beiden Kommissionierstationen aufgeteilt werden.
Jede Kommissionierstation ist durch ein sicheres Lichtgitter von der Aufzugseinheit getrennt. Sollte das Lichtgitter unterbrochen werden, wird die Aufzugseinheit gestoppt und muss per blauem Knopf wieder in Gang gesetzt werden. Siehe [Bedienung und Wartung]
Die Aufzugseinheit verfährt bis zu 2 Roboter samt Zuladung gleichzeitig, um ein hohen Durchsatz des Systems zu garantieren.
Die Balkone auf gleicher Arbeitshöhe ermöglichen eine ergonomische Arbeiten.

Technische Daten der Aufzugseinheit
Tabelle: Detaillierte Angaben zu Gewicht, Abmessungen, Geschwindigkeit, Beschleunigung und anderen Parametern der Aufzugseinheit.
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Anzahl Roboter inkl. Ladung, welche gleichzeitig verfahren werden | 2 |
| Maximale Zuladung | 2x40 kg + 2x25 kg (robot, carrier, box) = 130 kg |
| Fahrdauer von Ebene zu Ebene | 1 level: 1s 2 level: 1,5s 3 level: 2s 4 level: 2,45s .... 10 level: 5,23s 11 level: 5,7s |
| Maximale Geschwindigkeit | 1,1 m/s (ca. 4 km/h) |
| Maximale Beschleunigung | 1,85 m/s² |
| Betriebstemperatur | 0°C to 40°C |
| Stromversorgung | Eigene Absicherung/Phase. Der Aufzug darf nicht mit dem Commandermodul von einer Sicherung versorgt werden Schuko-Steckdose (CEE 7/3) Spannung: 230 V AC Frequenz: 50 Hz Stromstärke: 16 A |
| Leistung | 2 kW |
| Service | Siehe Wartung und Inspektion |
Bedienpanel
Zusammen mit der Aufzugseinheit kommt ein Bedienpanel mit folgenden Komponenten (im Uhrzeigersinn):
- Ein roter Hauptschalter. Mit diesem kann die Stromversorgung der gesamten Aufzugseinheit unterbrochen werden. Dies ist ausschließlich für geschultes Wartungspersonal. Mit diesem wird ein Vorhängeschloss übergeben, um den Schalter in der Aus-Position absperren zu können.
Wichtig: Nach dem Ausschalten fährt der Computer der Aufzugssteuerung herunter. Hierfür ist ein Kondensator verbaut, um diesen noch für kurze Zeit mit Strom zu versorgen. Erst wenn dieser Entladen ist, kann das System neu gestartet werden, sodass der Computer neu startet. Es sollten ca. 2 Minuten zwischen aus- und wieder einschalten vergehen. - Eine Signalleuchte mit weißer Kappe. Die Signalleuchte zeigt
- grün: normaler Betriebszustand
- rot: Fehlerzustand
- aus: Stromlos oder Wartungsmous (siehe Punkte 4./5.)
- Einen blauen Druckknopf. Sollte ein Sicherheitssensor der Aufzugseinheit den Betrieb unterbrechen, wechselt die Signalleuchte auf rot. Wenn potentielle Fehler behoben sind und das System wieder in einem sicheren Zustand ist, blinkt der Knopf blau und es kann mit diesem Knopf eine Freigabe zum Systemstart erteilt werden. Der Knopf sollte aufhören zu blinken und die Signalleuchte wechselt auf grün. Geschieht dies nicht, liegt ein dauerhafter Fehlerzustand vor und der Storemanager muss kontaktiert werden.
- Ein Schalter mit Schlüssel. Mit Hilfe des Schlüssels und des schwarzen Druckknopfes ist es geschultem Wartungspersonal möglich die Bremse des Aufzugssystems zu deaktivieren, um es manuell zu verfahren. Diese Funktion ist im normalen Betrieb aber deaktiviert um Manipulation zu vermeiden. Ausschließlich geschultes Wartungspersonal darf diese Funktion unter größten Vorsichtmaßnahmen aktivieren. Bei gelöster Bremse hängt die Bewegungsrichtung des Aufzugs von der Lastverteilung zwischen Gegengewicht und Aufzugslast ab und muss daher genau beachtet werden, bevor die Bremse gelöst wird.
- Ein schwarzer Druckknopf. Siehe Punkt 4.

Not-Halt
Zusammen mit dem Bedienpanel wird je nach Systemgröße ein oder mehrere Not-Halt-Taster am System installiert. Der Not-Halt erfüllt performance Level e nach DIN EN ISO 13849-1.
Not-Halt Wirkungsbereiche
Der Wirkungsbereich des Not-Halts ist auf das Aufzugsmodul beschränkt. Ein gedrückter Not-Halt unterbricht die Stromzufuhr des Antriebstranges. Dies entspricht einer Stopp-Kategorie 0 nach DIN EN ISO 13850. Eine Federkraftbremse hält im stromlosen Zustand den Antriebstrang in Position. Ein gedrückter Not-Halt ist nicht ausreichend, um Wartung oder Fehlerbehebung im System durchzuführen. Siehe Troubleshooting für detailliertes Vorgehen.
Zusätzlich löst der gedrückte Not-Halt im NoyesStorage ein Fehlerzustand aus und die Roboter können nicht mehr zwischen den Ebenen verfahren werden. So lang wie möglich werden die Roboter auf fehlerfreien Ebenen weiter Aufträge vorbereiten. Es kann daher noch zu vereinzelnen Fahrten von Robotern im System kommen, von welchen keine signifikante Gefahr ausgeht.
Not-Halt an Systemen ohne Aufzugseinheit
Standard Systeme ohne Aufzugseinheit verfügen über keinen Not-Halt, da dieser zu keiner erfoderlichen Risikominimierung führt (Ausnahme nach Maschinenrichtlinie Abs 1.2.4.3). Die Ausnahme wird durch inhärent sicheres Design des NoyesStorage und der darin fahrenden NoyesBots ermöglicht. Restrisiken, z.B. beim Betreten des Storage, sind unter Troubleshooting beschrieben.
Wartungszugang
Der Wartungszugang zum Aufzug und den oberen Ebenen besteht aus einem oder mehreren Plattformen vor der Aufzugseinheit. Die Platform steht ca. 25 cm aus dem System heraus, um Wartungspersonal auf den oberen Ebenen ausreichend Platz zum Arbeiten zu gewähren. Die Arbeitsflächen sind aus Tränenblech, um Rutschen zu verhindern. Um auf die oberen Arbeitsbühnen zu gelangen, wird eine entsprechende Leiter mitgeliefert, welche in die Arbeitsbühne eingehängt werden muss. Es muss immer die von Noyes gelieferte Leiter genutzt werden, um ein sicheres einhängen zu gewährleisten. Vor dem Betreten Arbeitsbühnen oder des NoyesStorage muss die Aufzugseinheit ausgeschaltet werden und gegen wieder einschalten gesichert sein. Siehe Wartung und Inspektion.